Bullenrallye oder Bärenrallye?

Bullenrallye oder Bärenrallye?
Quelle: www.pixabay.com

Seit März (Corona Pandemie Tief) haben die Anleger an den Börsen eine imposante Rallye gesehen. Die Märkte sind ordentlich gestiegen. Es wird eine große V- förmige Erholung eingepreist. Sehen wir uns hierzu die aktuellen Charts an:

Getrieben durch das billige Geld der Notenbanken sind die Börsen in den letzten Monaten erheblich angestiegen. 

Der Leitindex Deutscher Aktienindex (DAX) ist mit 57 % stärker gestiegen, als der DOW Jones mit 51 %. 

Den „Vogel“ abgeschossen hat der Nasdaq 100 mit sage und schreibe 71 % Performance seit dem Corona Tief im März 2020.

Die Indizes befinden sich momentan in einem stabilen Trendkanal, den ich in den linken Bildern eingezeichnet habe. 

Untermauert wird die Erholung an den Aktienmärkten mit einigen Konjunkturindikatoren. 

So ist der Antrag auf Arbeitslosenhilfe in den USA am 06.08.2020 erheblich zurück gegangen und die Wirtschaft erholt sich stetig.

 Natürlich braucht es noch vermutlich Jahre bis das Niveau von Vor Corona erreicht wird. Die aktuellen Konjunkturindikatoren für Deutschland können sie übrigens unter diesem Link einsehen: 

https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/_inhalt.html

Wie geht es weiter mit dem Aktienmarkt?

Die Spannende Frage lautet jetzt natürlich wie geht es denn weiter? Nun das kann nur in Wahrscheinlichkeiten eingeschätzt werden. Der Aktienmarkt ist gerade an einem Punkt wo der gelernte Chartanalytiker in der Regel keine klare Marktmeinung hat. Diese Wertaufholung, die wir seit Anfang März gesehen haben, war an sich logisch und vorhersehbar. Nicht umsonst schrieb ich in einem Blogartikel im März 2020 Schnäppchenjäger aufgepasst.

Bullenmarkt wie 1987

Wenn die Rallye sich als neuen Bullenmarkt etabliert sehe ich weiter steigende Kurse und die Ausbildung neuer Allzeithochs. Anhand dieser Chart’s vergleiche ich 1987 mit 2020:

Grundsätzlich sollte man vorsichtig mit Analogien sein. Jedoch wiederholen sich oft die Dinge in der Geschichte, es reimt sich nur anders. 

Für für Chartanalyse kann dies unter Umständen weiterhelfen. Ich leite hiermit die Kursziele ab und projiziere auf 2020.

Kursziel bis 2021 am oberen Ende 17.400 Punkte beim DAX!

Auch 1987 gab es einen ähnlichen Einruch wie 2020. Danach verdoppelte sich der DAX. Sollte dies wieder so geschehen, erwarte ich Kurse bis 17.400 Punkte am oberen Ende. Gemäß Fibonnacci Projektion ergeben sich bei 161,8 % ca. 17.400 Punkte (roter Kasten).

Starke Korrektur nach dem steilen Anstieg bis 11.600 Punkte bis Mitte 2021!

Nach einem starken Anstieg ist natürlich auch eine starke Korrektur durchaus drinnen. Würde es wie 1987 ablaufen, dann fällt der DAX bis in den Bereich von 11.600 Punkten (grüner Kasten).

FAZIT: 

Starker Anstieg bis 2021 ca. 17.400 Punkten, danach starke Korrektur  bis 11.600 Punkte.

Wahrscheinlichkeit 50%

Richtiges anlegen in Einzelwerten bei einem Bullenmarkt

Tendenziell bin ich für die Technologiewerte jetzt eher bärisch. Ich kann mir kaum vorstellen, dass große Renditen bei den sogenannten FANG Aktien auf Jahressicht zu holen ist. Facebook, Apple, Netflix und Google sehe ich als überkauft an. Auch sollte man sich überlegen den Wasserstoff Hype so langsam zu verlassen.  Gold und Silber sind enorm gestiegen und werden Medial schon angepriesen. Für mich deutliche Anzeichen eines späten und reifen Bullenmarktes in den jeweiligen Bereichen.

Interessant sind für mich derzeit die Rohstoffwerte wie Mosaic Inc, K+S und Nutrien Inc.

Des Weiteren sollte die „old“ Economy Werte wie Bayer, BASF und Henkel die Technologiewerte outperformen. Diese sehe ich als sehr unterbewertet derzeit an. Es gibt also Branchen die bullig zu bewerten sind und Branchen die keine sehr große Rendite zu erwarten haben. 

Bärenmarkt wie 1929

Wenn die Rallye sich als Bärenmarktrallye etabliert sehe ich dramatisch fallende Kurse in den nächsten 2 bis 3 Jahren. Anhand dieser Chart’s vergleiche ich 1929 mit 2020:

Grundsätzlich sollte man vorsichtig mit Analogien sein. Jedoch wiederholen sich oft die Dinge in der Geschichte, es reimt sich nur anders. Für für Chartanalyse kann dies unter Umständen weiterhelfen. Ich leite hiermit die Kursziele ab und projiziere auf 1929.

Hierbei verwende ich den DOW JONES AKTIENINDIZES, da hier die historische Vergleichbarkeit der Charts sehr gut gegeben ist.

Kursziel bis 2023 am unteren Ende bis 4000 Punkte beim DOW JONES!

Auch 1929 gab es im Oktober einen ähnlichen Einruch wie 2020 im März. Danach erholte sich der Dow Jones bis Juni 1930. Diese Erholung würde also wenn sich Geschichte wiederholt bis Oktober 2020 anhalten. Danach ginge es rapide in Wellen bergab. Gestoppt würde der Dow Jones im März 2023 bei 4.000 Punkten. Unvorstellbar aus heutiger Sicht. Aber das dachten die Anleger damals auch. Lassen wir uns überraschen ob dieses Szenario einkehrt. Aufgrund der latenten Gefahr eines Corona Shutdowns sind diese Gefahren nicht von der Hand zu weisen.

Starker Anstieg ab 2023 von 4.000 Punkten bis 14.000 Punkte innerhalb eines Jahres!

Nach einem starken Absturz ist natürlich eine Erholung entsprechend möglich. Für den Fall Geschichte reimt sich erneut wie 1929 würde ein Anstieg von 2023 bis 2024 von 4.000 Punkten auf 14.000 Punkte möglich sein. Einfach eine technische Erholung aufgrund des großen Absturzes.

FAZIT: 

Starker Abstieg bis 2023 ca. 4.000 Punkte, danach starker Aufstieg  bis 14.000 Punkte. Wahrscheinlichkeit 30 %

Richtiges anlegen in Einzelwerten bei einem historischem Bärenmarkt

Tendenziell bin ich für die Technologiewerte jetzt eher bärisch. Ich kann mir kaum vorstellen, dass große Renditen bei den sogenannten FANG Aktien auf Jahressicht zu holen ist. Facebook, Apple, Netflix und Google sehe ich als überkauft an. Auch sollte man sich überlegen den Wasserstoff Hype so langsam zu verlassen.  Gold und Silber sind enorm gestiegen und werden Medial schon angepriesen. Für mich deutliche Anzeichen eines späten und reifen Bullenmarktes in den jeweiligen Bereichen.

Interessant sind für mich derzeit die Rohstoffwerte wie Mosaic Inc, K+S und Nutrien Inc.

Des Weiteren würde ich vorrangig Einzelwerte kaufen, die von der Corona Krise profitieren. Pharmawerte wie Gilead Sciences und Biogen werden z.B. profitieren. Achten Sie auf starke nicht zyklische Aktien die über viel Cash, hohe Margen und robuste Geschäftsmodelle verfügen.

Einen schnellen Überblick können Sie sich mithilfe der Webseite www.Morningstar.com verschaffen:

http://financials.morningstar.com/ratios/r.html?t=GB00BH4HKS39

Beispiele für Fundamentalzahlen:

Kritische Würdigung und Ausblick

Ich habe beide Szenarien vorgestellt. Noch immer ist nicht ganz klar welche Richtung der Markt einschlägt. Die 1. bullige Variante habe ich mit 50 % Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Das der ganz große Crash wie zur Weltwirtschaftskrise in der 2. bärischen Variante einkehrt, halte ich für nicht unwahrscheinlich und bewerte es mit 30 % Eintrittswahrscheinlichkeit. Die restlichen 20 % sehe ich in einer dritten Variante. Nämlich in einer längeren Seitwärtsbewegung in den nächsten Jahren.

Wie ich es machen würde – meine Handlungsempfehlung

Ich selber handele eher kurzfristig derzeit. Sogenannte „Setups“. Erst wenn sich herauskristallisiert welche Richtung der Markt im big Picture einschlägt, werde ich Aktienpositionen mittel- bis langfristig halten.

100 % würde ich nicht halten, da mögliche Bankenpleiten in den nächsten Jahren die Ersparnisse vernichten könnten. Eine „Bail-in Klausel“ macht es möglich, dass Bankguthaben auf Bankenkonten umgewandelt werden können in Eigenkapital der Banken. Man würde also gezwungen sich an der Sanierung der Banken zu beteiligen. Das ist kein Witz!

Daher streuen Sie Ihr Geld gut und halten Aktien bei starken Aktiengesellschaften, die hohes Eigenkapital haben und über große Margen verfügen. Nur so lässt sich eine große Weltwirtschaftskrise überstehen. Ich werde immer mal wieder interessante Aktien vorstellen und sobald klar wird welche Richtung der Markt endgültig einschlägt dies hier bekannt geben.

Disclaimer: 

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