K+S – Dünger für das Depot.

K+S – Dünger für das Depot.

Die K+S Aktie ist einer der weltweit führenden Anbieter von kali- und magnesiumhaltigen Produkten für landwirtschaftliche und industrielle Anwendungsbereiche. Die Produktpalette umfasst Spezial- und Standarddüngemittel, verschiedene Pflanzenpflege- und Salzprodukte sowie Produkte für die Tierhygiene und eine Anzahl an Basischemikalien wie Natronlauge, Salpetersäure und Natriumkarbonat.  

Für die Anleger ist die Aktie in den letzten Jahren ein Trauerspiel gewesen. Die Kurse gingen immer weiter runter und viele Privatanleger zogen bereits die Reißleine. Die Hoffnung schwand immer weiter und das Licht am Ende des Tunnels erlosch vollends. Aber warum ist die Aktie eigentlich so abgestürzt? Dies möchte ich an dieser Stelle untersuchen und die Prognose für die nächsten Jahre ableiten. 

Schauen wir uns doch zunächst einfach einmal den Chart über die letzten Jahrzehnte an, um auf der langfristigen Zeitebene den Ausverkauf der Aktie besser nachvollziehen zu können:

Anhand des Chartbildes in dem Zeitraum 1991 bis 2020 erkennen wir, dass der K+S Kurs sehr volatil war. Ein großer Aufschwung war von 1993 bis 2008 zu verzeichnen, als der Kurs von ca. 1,20 € auf sagenhafte 91 € je Aktie anstieg. Eine maßlose Spekulationsblase war entstanden. Anschließend ab 2008 ging die K+S Aktie in den Sturzflug über und ist seitdem in einer langanhaltenden Korrektur gefangen. Somit liegen 12 Jahre Korrektur hinter uns und die Marktübertreibung bis 2008 ist größtenteils abgearbeitet.

Interessant ist, dass sich eine große Bullenflagge herausgebildet hat. Eine Bullenflagge ist eine starke Trendfortsetzungsformation und eine logische Korrektur nach einer vorweg gegangenen Rallye wie wir es von 1993 bis 2008 gesehen haben als der Kurs förmlich explodierte.  Charttechnisch befindet sich die Aktie somit an einer interessanten Weggabelung. Wird die Bullenflagge jetzt bestätigt, könnte der Kurs mittelfristig stark steigen bis in den Bereich 20 € bis 25 € je Aktie.  Die blaue gestrichtelte Linie stellt den möglichen Verlauf für die nächsten Jahre dar.

Aber woran orientiert sich eigentlich der Kurs? Warum gab es diese Schwankungen? Nun, der Kurs orientiert sich maßgeblich an den Kaliumchlorid-Weltmarktpreisen. Die untere Abbildung zeigt den Preisverlauf auf. Es fällt auf, dass die Preise sehr ähnlich mit K+S korrelieren. Ein ähnlicher Verlauf ist zu erkennen. Aber warum schwanken die Preise so dermaßen in der Vergangenheit? Dies erklärt sich in dem Beziehungsverhältnis Angebot und Nachfrage.  Steigt die Nachfrage nach Kaliumchlorid, steigt auch der Preis. Fällt die Nachfrage, sinkt dann natürlich auch der Preis. Diese Ungleichgewichte bildet der Chart ab.

Das lässt sich folgendermaßen interpretieren: steigen die Kaliumchlorid-Preise dann steigt auch die K+S Aktie. Da die Rohstoffpreise regelmäßig auch dem sogenannten  Schweinezyklus unterworfen sind wechseln sich Nachfrage und Angebotsüberhang ab. In der unteren Abbildung sehen Sie den Schweinezyklus abgebildet.  Es wechseln sich Nachfrage-, und Angebotsüberhang ab. Die Boomphase beispielsweise ist gekennzeichnet, dass die Nachfrage größer als das Angebot ist. Die Depressionsphase charakterisiert sich darin, dass kaum Nachfrage nach Kaliumchlorid existiert und das Angebot zu groß ist am Markt. Damit purzeln dann die Preise. In der linken Abbildung habe ich die letzten Boom- und Depressionsphasen der Zyklen seit Anfang 1900 dargestellt. Interessant ist, dass die Boomphasen (1920, 1950, 1980, 2010) in etwa alle 30 Jahren kommen. Also festen Zyklen unterworfen sind. Die Depressionsphasen waren auch in ähnlichen Abständen (1940, 1970, 2000).

In dieser Depressionsphase befinden wir uns aktuell. Diese Phase könnte durchaus noch bis 2030 andauern. Die Nachfrage nach Kaliumchlorid ist viel geringer als das Angebot. Die meisten Kali-Anbieter haben kürzlich auch das Angebot gedrosselt um die Preise wieder zu stabilisieren. Die Kunst wird also sein, herauszufinden ab wann generell die Nachfrage größer als das Angebot sein wird. Das es wieder irgendwann soweit sein wird, ist fast so sicher wie das Amen in der Kirche. Denn die Weltbevölkerung wächst weiter und Markt hat sich bereinigt. Erfahrungsgemäß wechseln sich solche langen Zyklen über mehrere Jahrzehnte ab. Es kann also durchaus sein, dass von Boom zu Boom 30 bis 40 Jahre vergehen. Das würde bedeuten, dass ausgehend vom letzten Hoch 2008 bis 2009 das nächste Hoch ungefähr 2038 bis 2040 anzusiedeln ist.  Wenn K+S also nicht Pleite geht oder übernommen wird, was aktuell unwahrscheinlich ist, könnte man also im Tief kaufen und über mehrere Jahre halten und im nächsten Boom verkaufen. Boom meine ich immer den Zustand wenn die Nachfrage nach Kaliumchlorid deutlich größer als das Angebot ist.

Fazit

Spekulative Anleger die mehrere Jahre warten können und dabei die Depressionsphase für die K+S Aktie im Rohstoff- und Schweinezyklus überstehen, werden höchstwahrscheinlich mit einer Überrendite bis zum nächsten Hoch (2038 bis 2040) belohnt.  Die Nachfrage wird dann deutlich größer als das Angebot an Kaliumchlorid sein. Ein Abwarten für einen Neueinstieg bis 2030 (Gemäß Abbildung ist dies der Tiefpunkt  der Nachfrage innerhalb des Rohstoffzyklus) halte ich für gewagt, da die Kurse meist schon vorher ansteigen, da der Aktienmarkt ein Frühindikator ist. Ein Einstieg könnte daher schon jetzt sinnvoll sein. Die Wartezeit wird mit einer Dividende versüßt. K+S zahlte in den letzten Jahren 0,25 € je Aktie. Bei einem aktuellem Kurs von 7,30 € je Aktie sind das immerhin 3,4 % brutto. Deutlich mehr als als Tagesgeld, Festgelder oder Sparbücher. Dazu kommt das in den derzeitigen lausigen Zeiten die Gewinnausschüttung sehr gering ist. In Boomzeiten wird natürlich mehr ausgeschüttet was die Dividendenrendite in ungeahnte Höhen schrauben könnte.

Aktie: K+S / WKN: KSAG88 / ISIN: DE000KSAG888